Günther Uecker

Otto Pankok

Otto Pankok (1893-1966) widmete sich als Maler, Grafiker und Bildhauer in seinem im expressionistischen Stil gehaltenen Werk besonders sozialkritischen Themen. Sein künstlerisches Werk erregte den Unwillen der Nationalsozialisten, die seine Bilder als entartet ablehnten. Dadurch war er ständig von willkürlichen Kontrollen und Beschlagnahmungen seiner Bilder durch NS-Behörden bedroht. Obwohl 1936 mit einem Arbeitsverbot belegt, malte Pankok, quasi immer „auf der Flucht“ weiter. Der Nationalsozialismus war für ihn ausschlaggebend, sich 1935 nach Haus Langen im Münsterland zurückzuziehen. Dies war der Beginn einer elfjährigen inneren Emigration. 1937 beschlagnahmte man 56 seiner Werke aus deutschen Museen. In München und an den anderen Ausstellungsorten zeigte die Ausstellung „Entartete Kunst“ drei Druckgraphiken von Pankok.

Passion Mensch

Suche Frieden“ lautet das Leitwort für den 101. Deutschen Katholikentag, der vom 9. bis 13. Mai 2018 in Münster stattfinden wird. Im Rahmen des Programms zum Katholikentag wird vom 9. Mai bis 8. Juli eine Ausstellung unter dem Titel „Passion Mensch“ zu erleben sein, die in ausgewählten Exponaten aus dem insgesamt 60 Kohlezeichnungen umfassenden Zyklus „Die Passion“ des gesellschaftspolitisch zeitlebens ambitionierten Malers, Grafikers und Bildhauers Otto Pankok (1893–1966) eine thematisch korrespondierende künstlerische Auseinandersetzung aufzeigt mit dem skulpturalen Kreuzweg „Der geschundene Mensch“ von Günther Uecker (*1930), dem international wohl bekanntesten ehemaligen Schüler Pankoks. Dieses außergewöhnliche Ausstellungsprojekt – konzipiert in enger Kooperation mit dem Otto-Pankok-Museum Hünxe – ist in einem besonders ausgeprägten zeitgeschichtlichen Kontext der Stadt Münster zu sehen: Pankoks Passions-Zyklus gilt in seiner großangelegten Dimension als Hauptwerk des Künstlers, das unter gesellschaftspolitischen Vorzeichen in der Anfangsphase des Nationalsozialismus entstand. Pankoks humanistische Haltung hat zudem eine entscheidende Schlüsselfunktion, der im Rahmen des Ausstellungsprojektes eine besondere Bedeutung zukommt, da die Werkschau eine konzeptionelle Brücke zu Uecker als einem der bedeutendsten Objektkünstler der Gegenwart schlägt. Vielfach von Uecker bekundet, weist der gesellschaftspolitische Anspruch seiner ihm eigenen künstlerischen Ideenwelt zahlreiche Korrespondenzen und Parallelen auf zu seinem ehemaligen Lehrer Otto Pankok, den Uecker im persönlichen Gespräch mit den Ausstellungsorganisatoren gar als seinen „erwählten Vater“ tituliert hat. Die Ausstellung vergegenwärtigt erstmalig die gesellschaftlich-sozialen Bezugs- und Brennpunkte von Uecker und Pankok als Humanisten und „Brüder im Geiste“. So verbinden sich Pankoks „Passion“ und Ueckers Skulpturen-Zyklus „Der geschundene Mensch“ zu einer konzeptionellen Einheit, die im Rahmen einer Ausstellung bis dato so noch nie gezeigt wurde.

Die Ausstellung wird verlängert bis zum 21. Juli 2018.