Joachim Jurgelucks

Joachim Jurgelucks sagt von sich: „Ich fühle die Form“. Dass er ein ausgesprochenes Gefühl für Formen hat, dass er erkennt, was überflüssig ist und was die Gesamterscheinung stören kann, das zeigen diese klaren, reduzierten Arbeiten, die er seit 2015 kreiert. In ihrer reinen Erscheinungsform wirken sie betörend. Sie sind vorwiegend aus lasiertem Holz. […] Der unvollkommenen Erscheinung seiner vormaligen Köpfe und Gestalten, die er als „veränderliche Plastiken“ auffasste, setzt er nun die unveränderliche abstrakt-stilisierte Form entgegen. Er kreiert minimalistische Skulpturen von kühler Eleganz. Ihre ausgewählten Formen sind das Resultat des permanenten Ringens um Einfachheit und Schönheit. […]

„In meiner Kunst widme ich mich der Form, nicht mehr und nicht weniger.“ Diese auf entlarvende Weise radikale Aussage des Künstlers verdeutlicht, dass Jurgelucks seit einigen Jahren die abbildende Funktion der Skulptur hinter sich gelassen hat, dafür im Formalen neue abstrakte Ideen schafft. […] Weiche, runde, spitz zustechende und abgeflachte Formen überzeugen in ihrer eindringlichen Schlichtheit. Konkave Formen antworten auf konvexe, geschlossene auf offene. Jurgelucks Plastiken schwingen in ihrer klaren Bewegung zwischen Spannung und Harmonie, wobei scharfe Kanten die Form klären.

Der Künstler spricht gerne davon, dass eine Form funktionieren muss. Er sucht den optimalen Ausdruck. Dabei achtet er darauf, dass die Form nicht zu verspielt wird. Bisweilen rufen seine Objekte mal mehr, mal weniger gegenständliche Assoziationen in uns wach, die aber vom Künstler nicht beabsichtigt sind. […] Jurgelucks Objekte sind keine abstrakten Abweichungen von einem realen Vorbild. Wie seine Skulpturen aus Holz so sind auch seine Bronzen von besonderer Oberflächengestaltung. Sie sind nicht poliert, sondern geschliffen, wodurch ihnen im Subtilen etwas Rohes anhaftet. Ihr Glanz ist verhaltener und insgesamt wirkt ihre Oberfläche weniger kühl und weniger abweisend als die der polierten Bronzen. Ihre Präsenz erhalten sie durch das Zusammenspiel der fein geschliffenen Oberflächen und der Entschiedenheit der klaren Formen. Diese fügen sich harmonisch zu einer Einheit und lassen keinen Zweifel daran, dass es nur „die“ eine Form sein kann.

Aloisia Föllmer (Kunsthistorikerin, Kunsthaus Klüber, November 2018)

Joachim Jurgelucks – Formkompositionen

16. Februar bis 17. März 2019
Vernissage: 16. Februar, 18.00 Uhr
Joachim Jurgelucks wird anwesend sein.